1996 - China

Alles schien bestens orga­ni­siert und dann wurde es nicht erteilt: das Sam­mel­vi­sum für die Ein­rei­se in die Volks­re­pu­blik China.Wolf Escher, der die Reise mit Ener­gie, sei­ner ihm eige­nen Akku­ra­tes­se und Geduld vor­be­rei­tet hatte, schien letz­te­re zu ver­lie­ren und konn­te des Nachts nicht schla­fen. Wie­der lie­fen Faxe hin und her, man bemüh­te sich von höch­ster Stel­le. Am Mon­tag vor dem Mitt­woch kam es dann doch: das Sam­mel­vi­sum für die Ein­rei­se in die Volks­re­pu­blik China.

Das Orche­ster war bestens prä­pa­riert. In zwei Arbeits­pha­sen in Heimbach/Eifel und Köln wur­den die Musi­ker des tra­di­ti­ons­reich­sten Jugend­Jazz­Or­che­sters der Repu­blik für die Tour­nee fit gemacht. Bei den abschlie­ßen­den Pro­ben wurde noch­mals alles ‘gecheckt’, Auf­ga­ben ver­teilt, Texte zum Pro­gramm ver­faßt, letz­te Klar­hei­ten besei­tigt.

Mitt­woch, 15. Mai

Der Lei­ter und der Geschäfts­füh­rer war­ten vor der Musik­schu­le Dort­mund auf den Bus, der sie und spä­ter das ganze Orche­ster zum Brüs­se­ler Flug­ha­fen brin­gen soll. Gegen 17:00 geht es los, nach­dem sich der Fah­rer dar­über auf­ge­regt hatte, warum denn der Musik­schul­park­platz für die Ankunft sei­nes Klein­bus­ses nicht leer­ge­räumt sei.

Es ist der Mitt­woch vor Chri­sti Him­mel­fahrt und der deut­sche Auto­fah­rer läßt es sich nicht neh­men, diese Fei­er­tags­kon­stel­la­ti­on zum Anlaß zu neh­men, Stoß­stan­ge an Stoß­stan­ge in den Kurz­ur­laub zu krie­chen. Auf dem Köl­ner Ring ste­hen wir ca. 1 Stun­de nutz­los herum und ban­gen um unse­ren Flie­ger nach Peking. Auch der Rest des Orche­sters, der in Köln und in der Nähe von Aachen auf uns war­tet, macht sich berech­tig­te Sor­gen ob der enor­men Ver­spä­tung ihres Trans­fers nach Brüs­sel.
Doch dann läuft es. Der Bus kommt recht­zei­tig am Flug­ha­fen an. Die­ser scheint um diese Zeit wie aus­ge­stor­ben, - Zeit für jeden, vor dem 10stündigen Non­stop-Flug in sich zu gehen und sich auf das ein­zu­stel­len, was da kom­men soll­te.

Don­ners­tag, 16. Mai

01:05 Uhr. die McDon­nell Dou­glas MD 11 der China Eastern Air­lines rollt zur Start­bahn -und ver­läßt diese gleich wie­der. Zur Ver­mei­dung von Unan­nehm­lich­kei­ten geben wir einem im Lan­de­an­flug befind­li­chen Maschi­ne den Vor­rang. Doch dann sind wir in der Luft, glei­ten ruhig und bestens betreut nach Peking.

17:25 Uhr. Zwi­schen­lan­dung in Peking, - fast auf die Minu­te pünkt­lich, Ein­rei­se­for­ma­li­tä­ten wer­den erle­digt, alles läuft rei­bungs­los. Erste Ein­drücke am Flug­ha­fen wer­den ver­ar­bei­tet und bei einem Erfri­schungs­ge­tränk an der Bar aus­ge­tauscht.

18:25 Uhr. Wei­ter­flug nach Shang­hai, Lan­dung dort um 20:15 Uhr, - wie­der erstaun­lich pünkt­lich.
Dank unse­rer chi­ne­si­schen Beglei­te­rin, Frau Zou Ying vom Kul­tur­amt Hang­zhou, Abtlg. für aus­län­di­sche Zusam­men­ar­beit, funk­tio­niert das Aus­checken wie­der pro­blem­los. Über­haupt soll­ten wir bald mer­ken, wie sich diese Frau - teils unauf­fäl­lig, teils vehe­ment - für die Belan­ge der Band ein­setz­te. Nicht umsonst bekam sie bald den Titel ‘Mut­ter des Orche­sters’ ver­lie­hen.

Von Shang­hai geht es in Beglei­tung einer fünf­köp­fi­gen chi­ne­si­schen Dele­ga­ti­on, die unun­ter­bro­chen auf­ein­an­der ein­re­det, per Bus in das ca. 200 km ent­fern­te Hang­zhou. Auf die­ser nächt­li­chen Fahrt bekom­men wir einen klei­nen Vor­ge­schmack auf den chi­ne­si­schen Ver­kehr und auf die Art des Bus­fah­rers, die­sem offen­sicht­li­chen Chaos zu begeg­nen. Teil­wei­se oder auch gar nicht beleuch­te­te Fahr­zeu­ge unter­schied­lich­ster Art fah­ren nach Gut­dün­ken mal auf der rech­ten mal auf der lin­ken Stra­ßen­sei­te, was den Fah­rer ver­an­laßt, abwech­selnd links und rechts zu über­ho­len. Die­je­ni­gen Orche­ster­mit­glie­der, die noch wach sind, ver­fol­gen mit ungläu­bi­gem Stau­nen die Manö­ver unse­res Bus­ses. Hier schien sich der Spruch zu bewahr­hei­ten, der dem Autor in sei­ner hei­mat­li­chen Auto­werk­statt auf­ge­fal­len war: ‘Was ist Pra­xis ? Pra­xis ist, wenn alles funk­tio­niert und kei­ner weiß warum.’ Auf wun­der­sa­me Weise kol­li­dier­ten hier PKWs, LKWs, Fahr­rä­der und Esels­kar­ren nicht mit­ein­an­der - und ich wußte nicht warum.

Frei­tag, 17. Mai

Es ist nach Mit­ter­nacht. Zeit­ver­schie­bung und all­ge­mei­ne Ermat­tung las­sen die chi­ne­si­sche Umwelt wie trau­ma­ti­siert erschei­nen. Und dann biegt der Bus end­lich in die Auf­fahrt unse­rer Her­ber­ge ein. Diese scheint so unglaub­lich luxu­ri­ös (was sie auch tat­säch­lich war), daß wir Mühe haben, sie mit dem Land, durch das wir seit 5 Stun­den fuh­ren, in Ver­bin­dung zu brin­gen. Aus­la­den, ‚Zim­mer­ver­tei­lung, - alles funk­tio­niert - und eini­ge weni­ge ahnen warum. Kurze Infor­ma­ti­on des Geschäfts­füh­rers: ’10:00 Uhr Früh­stück’.

10:00 Uhr. Früh­stück. Ange­stell­te des Hau­ses ste­hen am Ein­gang des Früh­stücks­rau­mes und nicken uns höf­lich zu. Wir nicken zurück, wür­den gerne etwas sagen, doch mit dem Wort­schatz hapert es.

12:00 Uhr. Emp­fang im Hotel mit dem Bür­ger­mei­ster und wei­te­ren Offi­zi­el­len der Stadt Hang­zhou sowie Ver­tre­tern des Kul­tur­am­tes. Die chi­ne­si­sche Seite zeigt sich hoch erfreut, das Orche­ster in Hang­zhou begrü­ßen zu kön­nen und hofft, daß die anste­hen­den Kon­zer­te zu einem gro­ßen Erfolg füh­ren wer­den. Wolf Escher bemerkt in sei­ner Ent­geg­nung, daß es ihn eben­falls freue, nach so lan­ger Vor­be­rei­tungs­zeit in Hang­zhou zu sein und bedankt sich im Namen des Orche­sters für die chi­ne­si­sche Gast­freund­schaft. Die Atmo­sphä­re ist nicht gera­de locker, daran ändert auch der Tee nichts. Kei­ner kann zu die­sem Zeit­punkt ahnen, daß wir irgend­wann Ver­tre­ter des Kul­tur­am­tes dazu brin­gen wür­den, ein Köl­ner Kar­ne­vals­lied anzu­stim­men.

Nach dem Emp­fang geht es zum Mit­tag­essen. Man sitzt an run­den Tischen mit der typi­schen Dreh­ta­fel in der Mitte und pikt mit Stäb­chen - wenn es denn gelingt - die köst­lich­sten Spei­sen. Man hat geschick­ter­wei­se die Plät­ze so ver­teilt, daß zur Lin­ken wie zur Rech­ten jeweils ein chi­ne­si­scher Gast sitzt, der uns freund­li­cher­wei­se in die hohe Kunst des Stäb­chen­es­sens ein­weist. Um uns herum han­tiert geschickt und unauf­dring­lich das weib­li­che chi­ne­si­sche Per­so­nal; seine Dienst­klei­dung mit inte­grier­tem Sei­ten­schlitz stößt auf all­ge­mei­ne Zustim­mung. Spei­sen wer­den auf- und abge­tra­gen, alles schmeckt uner­hört lecker. Es dau­ert nicht lange und der Bür­ger­mei­ster eröff­net die Trink­ze­re­mo­nie, die sich auf unse­rer Reise noch unzäh­li­ge Male wie­der­ho­len soll­te: ‘gam­bai’ (im deut­schen Volks­mund etwa: ‘hau weg!’), ruft er, trinkt das Glas in einem Zug aus, zeigt stolz das leere Behält­nis und blickt uns dabei tief in die Augen. Wir fol­gen sei­nem Bei­spiel. Noch­mals wer­den freund­li­che Reden gehal­ten. ‘Gam­bai’ schallt es nun auch von den Ver­tre­tern des Kul­tur­am­tes. Die Atmo­sphä­re ist locker.

Nach­mit­tags neh­men wir das Ton Po Thea­ter in Augen­schein, in dem wir abends unser erstes Kon­zert geben sol­len. Wir haben kaum Zeit, irgend etwas in eige­ner Regie zu unter­neh­men, alles ist straff durch­or­ga­ni­siert.

Das Thea­ter hat ca. 1.200 Plät­ze. Der Büh­nen­auf­bau beginnt. Die Per­so­nen­zahl der chi­ne­si­chen Dele­ga­ti­on scheint stän­dig zuzu­neh­men. Man ist bemüht, uns soweit als mög­lich tech­ni­sche Unter­stüt­zung zu gewäh­ren. Mit Hilfe von Zou Ying, die uner­müd­lich über­setzt und orga­ni­siert, funk­tio­niert der Auf­bau und der Sound­check.

Das Thea­ter ist nahe­zu aus­ver­kauft. Das Publi­kum ist neu­gie­rig, wir sind neu­gie­rig. Das Kon­zert beginnt, eine chi­ne­si­che Ansa­ge­rin ver­ließt brav den Inhalt der Stücke, die auf dem Pro­gramm ste­hen. Der Applaus ist freund­lich, nicht gera­de über­schweng­lich, etwa wie kurze cre­scen­di und decre­scen­di. Die offi­zi­el­len Ansa­gen sind nicht gera­de stim­mungs­för­dernd, man müßte die Zuhö­rer aus ihrer Reser­ve locken. Spaß haben sie ja, nur sie trau­en sich nicht, die­sen auch zu zei­gen. ‘Fun’ heißt ein Stück von Mein­hard Puhl, bis vor kur­zem noch Mit­glied des Lei­tungs­teams, das die Band als Zuga­be prä­sen­tiert. Es gilt, das Publi­kum mit Spaß, zu infi­zie­ren. Die Rhyth­mus­grup­pe powert in ‘Tech­no­ma­nier’, wäh­rend der Rest der Band inkl. Sän­ge­rin und Lei­tungs­team sich mit Räp­pel­chen und diver­ser Per­kus­si­on bestückt ins Publi­kum auf­macht, um Stim­mung zu ver­brei­ten. Das Eis bricht. Die Leute ste­hen auf, klat­schen begei­stert mit und freu­en sich. Manch einer mag an Kar­ne­val in Rio gedacht haben. Viele kom­men nach dem Kon­zert zur Bühne, wol­len Auto­gram­me und sich mit den Musi­kern foto­gra­phie­ren las­sen.

Die Stim­mung ist gut, - wir hän­gen im Zeit­plan. Die chi­ne­si­sche Seite mahnt zum Auf­bruch, denn schließ­lich ist - wie immer - alles ‘vol­be­lei­tet’. Wie­der im Hotel gibt’s Abend­essen vom ‘Fein­sten’ und ‘gam­bai’ an allen Tischen. Pünkt­lich um 24:00 erklärt die chi­ne­si­sche Seite die ‘Party’ für been­det.

Sams­tag, 18. Mai

Kon­zert in der Han­dels­hoch­schu­le. Vor­her geht es zum Mit­tag­essen in die Uni­ver­si­tät. Die Band wird von einer Viel­zahl chi­ne­si­scher Stu­den­tin­nen in Emp­fang genom­men und in den Spei­se­saal beglei­tet. Man spricht eng­lisch, hin und wie­der auch deutsch, erste außer­pro­to­kol­la­ri­sche Kon­tak­te wer­den geknüpft, die Band ist sehr ange­tan. Das Publi­kum in der Han­dels­hoch­schu­le besteht fast aus­schließ­lich aus Stu­den­ten. Die Ansa­gen wer­den vom Lei­tungs­team selbst gemacht, gren­zen­lo­se Begei­ste­rung beson­ders wie­der am Schluß bei ‘Fun’. Spä­ter wird die Ankunft in der Uni­ver­si­tät für das Fern­se­hen noch­mals nach­ge­stellt, - Gele­gen­heit, außer­pro­to­kol­la­ri­sche Kon­tak­te wei­ter zu ver­tie­fen.

Nach­mit­tags geht es mit dem Bus in das 60 km ent­fern­te Xiaos­hen. Auf­tritts­ort ist hier eine rie­si­ge Sport­hal­le. Auf­bau, Sound­check, - ich lerne unse­ren chi­ne­si­schen Beglei­ter Boris (‘Bob­be­le’) schät­zen. Er über­setzt und hilft wo er kann, immer freund­lich, läßt sich nicht aus der Ruhe brin­gen. Er spricht akzent­frei­es Deutsch (nach 2 Jah­ren Unter­richt!) und weiß erstaun­lich viel über Deutsch­land, z.B. daß Borus­sia Dort­mund deut­scher Fuß­ball­mei­ster ist. Vor dem Kon­zert geht’s zum Essen in ein nobles Restau­rant.

Alles ist ‘vol­be­lei­tet’. Ein rotes Trans­pa­rent über dem Ein­gang heißt uns will­kom­men. Wie­der wer­den wir von einem Fern­seh­team empfangen.Das Publi­kum ist der eng­li­schen Spra­che nicht mäch­tig. Unse­re Zou Ying über­setzt, manch­mal - so scheint es - nicht immer das, was sie soll. Die Begei­ste­rung hält sich in Gren­zen. Erst die Zuga­be mit obli­ga­to­ri­schem Aus­flug lockt die Zuhö­rer aus der Reser­ve.

Sonn­tag, 19. Mai

Zou Ying zeigt uns Zei­tungs­aus­schnit­te mit Fotos. Die chi­ne­si­sche Seite ist sehr ange­tan von unse­ren Kon­zer­ten; die Ver­tre­ter des Kul­tur­am­tes Hang­zhou zei­gen sich zufrie­den, kön­nen sie doch ihrer vor­ge­setz­ten Stel­le mel­den, daß alles nach Plan läuft und oben­drein das Orche­ster gro­ßen Erfolg hat. Das alles macht den Umgang zwi­schen Gast­ge­bern und Gästen zuse­hends unkom­pli­zier­ter. Inzwi­schen kön­nen wir dem Hotel­per­so­nal auch ein auf­mun­tern­des ‘guten Mor­gen’ oder ‘Danke’ auf chi­ne­sisch ent­ge­gen­brin­gen. Jetzt zeigt sich das Fern­se­hen schon beim Früh­stück. Eine Mode­ra­to­rin möch­te Ein­zel­hei­ten über das geplan­te open air-Kon­zert am Abend wis­sen. Vor­ge­se­hen ist ein Auf­tritt zusam­men mit ein­hei­mi­schen Künst­lern im Liu­lang Park am West-See.

Mit­tags spielt die Band in der Sport­hal­le der Uni­ver­si­tät. Die Stu­den­ten sind völ­lig aus dem Häus­chen. Am Ende des Kon­zerts kom­men sie von den Rän­gen, bestür­men die Musi­ker mit Fra­gen. Eini­ge wol­len Instru­men­te aus­pro­bie­ren, ande­re sich foto­gra­phie­ren las­sen. Das Publi­kum reißt sich förm­lich um Cds. Es ist ein Gewühl wie am 1. Tag eines west­deut­schen Som­mer­schluß­ver­kaufs. Nach­mit­tags geht es in den schon erwähn­ten Park. Mit Unter­stüt­zung einer ame­ri­ka­ni­schen Braue­rei soll hier am Abend ein Kul­tur­pro­gramm prä­sen­tiert wer­den. Die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen sind nicht gera­de ideal: die P.A. reicht allen­falls zur Beschal­lung eines Schul­ho­fes, Schein­wer­fer hän­gen an Dräh­ten, die man hier­zu­lan­de eher als Tele­phon­lei­tung benut­zen würde. Kurz vor Beginn der Ver­an­stal­tung schmort eine Lei­tung durch und droht die Büh­nen­de­ko­ra­ti­on in Brand zu setz­ten.

Das Lei­tungs­team ist ver­schwun­den. Wie sich spä­ter her­aus­stellt, war es zu einer ‘Bespre­chung’ auf ein Boot gela­den, das dann uner­war­tet auf den See hin­aus­fuhr. Fast glaub­te man an eine Ent­füh­rung. Die schon erwähn­te Braue­rei ließ sich nicht lum­pen und ver­wöhn­te ihre Pas­sa­gie­re mit einem erle­se­nen ‘Bespre­chungs­es­sen’. Der Rest der Band lüm­mel­te sich - von der Füh­rung zurück­ge­las­sen - hin­ter der Bühne herum und begnüg­te sich mit Fast food und Büch­sen­bier.
Der Park füllt sich, etwa 10.000 Zuschau­er kom­men, um dem Spek­ta­kel bei­zu­woh­nen. Auf dem Pro­gramm steht - neben einem Bier­wettrin­ken - der Auf­tritt einer Kin­der­grup­pe, die Volks­lie­der auf bat­te­rie­be­trie­be­nen Heim­or­geln (sog. ‘West-Lake-Key­boards’) kit­schig deka­den­te ‘West­schnul­zen’ spielt, sowie eine Bal­lett-auf­füh­rung einer Tanz­grup­pe, deren anmu­ti­ge Bewe­gun­gen einen nach­hal­ti­gen Ein­druck auf die deut­schen Gäste hin­ter­las­sen. Das Orche­ster gibt sein Bestes, der Sound ist beschei­den und auf­grund dich­ter Men­schen­trau­ben vor den ohne­hin zu klein dimen­sio­nier­ten Laut­spre­chern nicht sehr trag­fä­hig. Alles wird von einer loka­len Fern­seh­sta­ti­on über­tra­gen, ein­schließ­lich eines Inter­views mit unse­rem Schlag­zeu­ger, des­sen Punk­fri­sur sicher­lich für Gesprächs­stoff beim chi­ne­si­schen Fern­seh­pu­bli­kum sor­gen dürf­te.

Mon­tag, 20. Mai

Wie­der steht uns ein vol­les Pro­gramm ins Haus, des­we­gen Früh­stück um 08:00.
Anschlie­ßend geht’s auf eine Stadt­rund­fahrt durch Hang­zhou, der Haupt­stadt der Pro­vinz Zhe­jiang. Hang­zhou, das den Bei­na­men ‘Sei­den­statt’ führt, gilt als eine der schön­sten Städ­te Chi­nas, was in einem bekann­ten Sprich­wort zum Aus­druck kommt: ‘Im Him­mel gibt es das Para­dies, hier auf Erden sind Suzhou und Hang­zhou’. (vergl. Baedecker: ‘China’, S.206)

Wenn doch nicht gera­de para­die­sisch so sind eini­ge Sehens­wür­dig­kei­ten die­ser Stadt aus­ge­spro­chen besich­ti­gungs­wür­dig. Dazu zäh­len u.a. der West-See (hier gibt es eine klei­ne Fahrt mit dem Elek­tro­schiff), das Klo­ster der Ver­bor­ge­nen Unsterb­li­chen (Linying Si) mit dem sog. ‘her­bei­ge­flo­ge­nen Gip­fel’ (Fei­lai Feng, ein 168 m hoher, von unzäh­li­gen Höh­len und Nischen durch­bro­che­ner Berg, in denen etwa 380 Bud­dha-Sta­tu­en unter­ge­bracht sind) sowie die 60 m hohe Pago­de der Sechs Har­mo­ni­en (Liuhe Ta). Im Laufe der Rund­fahrt geht es auch in eine Tee­stu­be, in der man den bekann­ten Dra­chen­brun­nen­tee (Long­jing Cha) pro­bie­ren und natür­lich auch kau­fen kann.

Als Frem­den­ver­kehrs­füh­re­rin betä­tigt sich eine freund­li­che und auf­ge­schlos­se­ne Chi­ne­sin, die - so läßt sie schnell durch­blicken - für ihr Leben gern singt. Das tut sie dann auch über das Bus­mi­kro­phon, und die Band ist begei­stert. Bei einem Rund­gang durch eine von klei­nen Seen durch­zo­ge­ne Gar­ten­an­la­ge mit wun­der­schö­nen chi­ne­si­schen Pavil­lons stu­diert sie mit Micha­el Vill­mow (Lei­tungs­team) ein bekann­tes chi­ne­si­sches Volks­lied ein (Titel: ‘die Braut’), das die­ser spon­tan nie­der­schreibt und mit west­li­cher Laut­schrift ver­sieht. Im Duett wird es dann spä­ter beim Mit­tag­essen auf einer Cha­rao­ke­büh­ne den stau­nen­den Restau­rant­be­su­chern vor­ge­führt.

17:00 Uhr. Tref­fen Ton Po Thea­ter zur Vor­be­rei­tung des Abschluß­kon­zerts in Hang­zhou. Die Räum­lich­kei­ten wir­ken ver­traut, hier spiel­te die Band ihr erstes Kon­zert auf chi­ne­si­schem Boden. Auf­bau und Sound­check ver­lau­fen pro­blem­los, Team­ar­beit ent­wickelt sich zwi­schen Gast­ge­bern und Gästen, - nicht ein­mal ‘Bob­be­le’ muß hel­fen. Es bleibt Zeit für einen klei­nen Spa­zier­gang auf der West-See­pro­me­na­de.

Wolf­gang Breu­er will uns auf eine beson­ders attrak­ti­ve chi­ne­si­sche Pas­san­tin auf­merk­sam machen. Da wir sie nicht gleich ent­decken und des­halb nach­fra­gen, wen er denn meine, zeigt er in eine bestimm­te Rich­tung und bemerkt: ‘…ja die da mit den schwar­zen Haa­ren.’

Das Thea­ter ist mit 1.200 Zuhö­rern aus­ver­kauft. Eini­ge kom­men zum wie­der­hol­ten Mal in unser Kon­zert und bil­den eine echte Fan­ge­mein­de. Die Band ist gut ein­ge­spielt. Im Gegen­satz zum ersten Kon­zert applau­diert das Publi­kum jetzt enthu­si­astisch und lang anhal­tend. Einen Höhe­punkt bil­det das Gesangs­du­ett Villmow/Fremdenverkehrsführerin, das - durch inten­si­ve Cha­rao­ke­ar­beit bestens prä­pa­riert - das Braut­lied anstimmt; die Band unter­stützt dezent. Die Zuga­be ver­läuft wie nicht anders zu erwar­ten, und am Schluß sind alle froh und glück­lich.

Glück­lich ist vor allem auch Bao Zhen Xi, Direc­tor Assi­stant vom Hang­zhou Cul­tu­ral Bureau. Alles ist gut ver­lau­fen - natür­lich weil alles gut ‘vol­be­lei­tet’ war -, es gab keine nen­nens­wer­ten Schwie­rig­kei­ten und die Gäste erwie­sen sich als zuver­läs­si­ge Part­ner in punc­to Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung der Kon­zer­te. Beim anschlie­ßen­den Abend­essen im Hotel ist es dann soweit: nach wie­der­hol­tem ‘gam­bai’ und dem Braut­lied, das mitt­ler­wei­le das ganze Orche­ster imstan­de ist zu sin­gen, ver­sucht er sich an dem Köl­ner Kar­ne­vals­schla­ger: ‘Im Win­der, da schnei­det, im Win­der iset kaallt, ja so kaallt, ja so kaallt…’. Dann offen­bart er uns, daß er 30 Jahre lang pro­fes­sio­nell getanzt habe und gibt sogleich eine Kost­pro­be. An die­sem Abend siegt die künst­le­ri­sche über die offi­zi­el­le Seele in sei­ner Brust, und um 24:00 ist noch nicht Schluß.

Diens­tag, 21. Mai

Näch­ster Spiel­ort ist Ning­bo, etwa 200 km süd­öst­lich von Hang­zhou gele­gen. Der Bus quält sich durch den städ­ti­sche Ver­kehr und erreicht end­lich die Auto­bahn. Sie ent­spricht - von eini­gen sprung­schan­zen­ähn­li­chen Quer­ril­len abge­se­hen - west­li­chem Stan­dard, und ent­spre­chend beschleu­nigt der Bus auf 100 km Rei­se­ge­schwin­dig­keit. Die Fede­rung wird bei jedem ‘Sprung’ aufs Äußer­ste stra­pa­ziert, was den Fah­rer aber nicht wei­ter beein­druckt.

Ankunft im Dong­qi­an Lake Hotel. Zur Begrü­ßung ist in der Hotel­hal­le wie­der ein rotes Trans­pa­rent auf­ge­hängt. ‘Wel­co­me Young Peop­le’ Jazz Orche­stra NRW…‘Es fin­den die übli­chen Begrü­ßungs­re­den statt, wobei der Schnat­ter­hall der Cha­rao­ke-Anla­ge etwas befrem­dend wirkt. Auch hier ist das Essen vor­züg­lich und wir sind erneut tief beein­druckt von chi­ne­si­scher Eßkul­tur.

Nach­mit­tags besich­ti­gen wir das Thea­ter, in dem abends das Kon­zert statt­fin­det. Es soll live im Fern­se­hen über­tra­gen wer­den. Beim Sound­check gera­ten Geschäfts­füh­rer und der ört­li­che Ton­ing. anein­an­der, da letz­te­rer nicht davon zu über­zeu­gen ist, daß der ‘Mix’ für das Thea­ter ein ande­rer ist, als der für die Fern­seh­über­tra­gung. Irgend­wie funk­tio­niert es dann doch (chi­ne­si­sche Pra­xis), und es wird wie­der ein erfolg­rei­cher Abend. Nach dem Kon­zert wie üblich Fotos und Visi­ten­kar­ten­tausch. Zou Ying mahnt zur Eile, zwar dezent aber unmiß­ver­ständ­lich, denn im Hotel war ja das Abend­essen schon wie­der ‘vol­be­lei­tet’.

Mitt­woch, 22. Mai

Zou Ying hatte einen Stu­di­en­kol­le­gen, dem ging es wäh­rend des Stu­di­ums nicht beson­ders gut, und sie half ihm. Heute geht es ihm viel, viel bes­ser und er ist Lei­ter des Kul­tur­bü­ros in Xin Chang. So kommt es denn, daß wir in eben die­sem Städt­chen einen wei­te­ren Auf­tritt haben. Der Weg führt uns über eine kur­ven­rei­che und gebir­gi­ge Land­stra­ße. Daß man das Ende einer Kurve nicht ein­se­hen kann, scheint den Bus­fah­rer nicht wei­ter zu stö­ren, und er über­holt trotz­dem. Die Band macht sich Mut, indem sie bei jedem heik­len Über­hol­ma­nö­ver die Erken­nungs­me­lo­die des ‘7. Sinns’ into­niert.

Ankunft in Xin Chang gegen Mit­tag. Zou Ying’s ‘Stu­di­en­kol­le­ge’ begrüßt uns samt Gefol­ge im Hotel und führt uns gleich zum Essen. Wie wir spä­ter erfah­ren, ist der Kul­tur­etat die­ser Stadt für der­ar­ti­ge Emp­fän­ge nicht beson­ders hoch, doch läßt man es auch hier an nichts man­geln (vom Strom zwi­schen 14:00 und 18:00 Uhr ein­mal abge­se­hen). Das Essen ist reich­lich und abwechs­lungs­reich wie immer, die Gast­ge­ber, dar­un­ter auch ein­hei­mi­sche Künst­ler, sind sehr höf­lich und zuvor­kom­mend. Nach­mit­tags besich­ti­gen wir eine Tem­pel­an­la­ge mit beein­drucken­den Bud­dha­fi­gu­ren.

19:00 Uhr. Kon­zert im Kul­tur­zen­trum, anschlie­ßend Abend­essen im Hotel mit Video­vor­füh­rung des Kon­zer­tes vom 21. Mai in Ning­bo. Zou Ying hat den Film zwi­schen­zeit­lich orga­ni­siert. Die Gast­ge­ber schen­ken reich­lich Schnaps nach, ver­su­chen sich selbst aber mit Was­ser, das sie heim­lich anstel­le der Spi­ri­tuo­se in ihre Schnaps­glä­ser fül­len, aus der Affä­re zu zie­hen.

Don­ners­tag, 23. Mai

Wir fah­ren zurück nach Hang­zhou. Ursprüng­lich war dort noch ein offi­zi­el­ler Pro­gramm­punkt geplant. Das Orche­ster pro­te­stiert, ver­ständ­li­cher­wei­se, möch­te man doch nun auch ein­mal ohne Auf­sicht in eige­ner Regie etwas unter­neh­men. Wir fah­ren auf der Auto­bahn mit den bereits erwähn­ten Quer­ril­len, doch statt wie auf der Hin­fahrt mit hohem Tempo ‘rüber­zu­sprin­gen, wird der Bus zuse­hends lang­sa­mer, bis er schließ­lich anhält und sei­nen Geist auf­gibt. Nach Mei­nung des Bus­fah­rers sit­zen die Kraft­stoffil­ter zu, wor­auf er diese ent­fernt. Erneu­ter Ver­such, der Bus kommt nicht auf Tou­ren. Erst als er auf unse­ren Tip hin den Dreck aus dem Luft­fil­ter her­aus­schüt­tet, kann es wei­ter­ge­hen. Hang­zhou, frü­her Nach­mit­tag, kein Pro­gramm, jeder kann machen, was er will. Das Lei­tungs­team geht mit Zou Ying zum Essen, danach bum­meln wir durch die Stadt, kau­fen und feil­schen. Wir sind ange­tan von der rie­si­gen Aus­wahl an hoch­wer­ti­gen Sei­den­pro­duk­ten; man könn­te ganze Kof­fer voll davon mit­neh­men. Es ist der letz­te Abend in Hang­zhou und wir genie­ßen noch ein­mal das süd­län­di­sche Flair auf der West-See­pro­me­na­de.

Unse­re Gast­ge­ber haben eine Abschieds­par­ty in einem ‘Jazz­club’ orga­ni­siert. Ein ein­hei­mi­sches Duo spielt ‘Take Five’ und ‘Fee­lings’, unse­re ‘Jungs’ stei­gen mit ein. Man hat für den Abend ein künst­le­risch hoch­wer­ti­ges Pro­gramm zusam­men­ge­stellt: neben einer attrak­ti­ven Illu­sio­ni­stin tritt ein Trio auf, das chi­ne­si­sche Zir­kus­a­kro­ba­tik auf höch­stem Niveau bie­tet. Aus­drucks­voll und mit viel Hin­ga­be prä­sen­tie­ren anschlie­ßend drei chi­ne­si­sche Musi­ke­rin­nen Kam­mer­mu­sik auf tra­di­tio­nel­len Instru­men­ten.

Die Band ist hin­ge­ris­sen.

Doch auch an die­sem Abend gibt es kein open end. Trotz guter Stim­mung wird gegen Mit­ter­nacht zum Auf­bruch gemahnt. Der Bus war­tet, wir fah­ren zurück zum Hotel. Man spürt, daß die chi­ne­si­sche Seite auch den letz­ten Tag unse­res Auf­ent­hal­tes in Hang­zhou ’sau­ber’ und ohne Zwi­schen­fäl­le hin­ter sich brin­gen möch­te. Eini­ge Band­mit­glie­der mel­den Pro­test an. Man sei schließ­lich erwach­sen und könne auf sich selbst auf­pas­sen. Zurück im Hotel wird spon­tan die ‘Fort­füh­rung’ der Abschluß­fe­te orga­ni­siert. Eini­ge ver­spü­ren das Ver­lan­gen, doch noch ein­mal in die Stadt zu fah­ren und sich ein biß­chen im Nacht­le­ben von Hang­zhou umzu­schau­en. Unbe­auf­sich­tigt von unse­ren freund­li­chen chi­ne­si­schen Beglei­tern läßt man die Nacht in einer Dis­ko­thek aus­klin­gen.
Ob nicht doch irgend ein ver­steck­tes offi­zi­el­les Auge über uns wach­te, bleibt ein Geheim­nis.

Frei­tag, 24. Mai

Nach dem Früh­stück Abfahrt zum Flug­ha­fen. Das Ein­checken ver­läuft ohne Pro­ble­me. Es heißt Abschied neh­men von Hang­zhou. Wolf Escher und Bao Zhen Xi (kurz:‘Bao’) über­rei­chen sich zum Andenken per­sön­li­che Geschen­ke. Sie sind sich sym­pa­thisch, kön­nen sich nach wie vor nicht unter­hal­ten und ver­ste­hen sich trotz­dem.

Wir sit­zen im Flie­ger Rich­tung Peking. Der Him­mel über China scheint nie rich­tig auf­zu­kla­ren; dun­stig ist es vor allem über Chi­nas Haupt­stadt. Am Flug­ha­fen wer­den wir von 2 Klein­bus­sen abge­holt, die uns nach Tian­jin, der dritt­größ­ten Stadt Chi­nas, trans­por­tie­ren. Die Fahrt geht zunächst über die groß­zü­gig aus­ge­bau­te Flug­ha­fen­au­to­bahn Rich­tung Peking Stadt­zen­trum. Wir sehen eine Stadt, die mit aller Macht den wirt­schaft­li­chen Auf­schwung vor­an­treibt. Rie­si­ge Hotels, Büro­tür­me und Bank­ge­bäu­de mit spie­geln­den Fas­sa­den las­sen den Ver­gleich mit west­li­chen Metro­po­len auf­kom­men. Wer­be­flä­chen mit Namen uns ver­trau­ter West­pro­duk­te sind nicht zu über­se­hen. Die Ver­kehrs­dich­te ist in den letz­ten 5 Jah­ren sprung­haft ange­stie­gen; der inner­städ­ti­sche Stra­ßen­bau kann längst nicht mehr mit­hal­ten.

Wir haben Peking hin­ter uns gelas­sen. Die Außen­be­zir­ke sind geprägt durch mono­to­ne Archi­tek­tur. Man fühlt sich an die Vor­städ­te Mos­kaus erin­nert. Ver­geb­lich sucht man nach Häu­sern, die von tra­di­tio­nel­lem chi­ne­si­schen Bau­stil geprägt sind. Plat­ten­bau­ten über­wie­gen, neue Gebäu­de wer­den mit Vor­lie­be gefliest.

Die Fahrt ist anstren­gend, die Land­schaft bie­tet kaum Abwechs­lung. Die vier­spu­ri­ge Stra­ße, auf der wir seit gerau­mer Zeit dahin­zockeln, ist an Mono­to­nie kaum zu überbieten.Tianjin ist eine der wich­tig­sten Indu­strie­me­tro­po­len Nord­chi­nas. Wich­tig­ster Wirt­schafts­zweig ist die Schwer­indu­strie. 48 km vom Zen­trum ent­fernt liegt einer der größ­ten chi­ne­si­schen Häfen. Der Stadt­rand von Tian­jin wirkt noch depri­mie­ren­der als der von Peking. Der Dunst ist dich­ter, die Luft riecht nach ver­brann­ter, schwe­fel­hal­ti­ger Kohle. Wir errei­chen unser Hotel. Es ist ein rie­si­ger, wuch­ti­ger, dunk­ler Klotz, in des­sen Hotel­hal­le uns der sozia­li­sti­sche Muff ver­gan­ge­ner Tage ent­ge­gen­schlägt.

Aus­la­den, Zim­mer ver­tei­len, Zou Ying hat alles im Griff. Beim Abend­essen tref­fen wir mit Ver­tre­tern der Kul­tur­be­hör­de zusam­men, die uns freund­lich will­kom­men hei­ßen. Wir pro­sten uns zu, - auch hier scheint alles wie­der bestens orga­ni­siert zu sein. Die­ser Ein­druck ver­stärkt sich, nach­dem der Geschäfts­fü­her nach dem Essen noch ein­ge­la­den wird, sich ein Bild von den Kon­zert­vor­be­rei­tun­gen in der Tian­jin Musik­hal­le zu machen.

Der Abend steht zur frei­en Ver­fü­gung, man sucht Zer­streu­ung in der hotel­ei­ge­nen Cha­rao­ke-Bar.

Sams­tag, 25. Mai

Wir besu­chen einen Markt, einen chi­ne­si­schen ‘Basar’. Das Orche­ster schwärmt aus und läßt sich diver­se Sou­ve­nirs andre­hen. Anschlie­ßend Essen in einem Self­ser­vice Restau­rant. Auch hier gibt es vor­züg­li­che chi­ne­si­sche Spei­sen, wobei der Unter­schied zu ame­ri­ka­ni­schen fast food-Menüs ekla­tan­ter nicht sein kann.

Der für den Nach­mit­tag vor­ge­se­he­ne Aus­flug zu einem Künst­ler­markt wird abge­bla­sen; die Band kann rela­xen. Die ver­gan­ge­nen Tage waren voll­ge­stopft mit Kon­zer­ten und offi­zi­el­lem Pro­gramm. Man ist froh, für ein paar Stun­den auf dem Zim­mer ‘abhän­gen’ zu kön­nen. Abends Auf­füh­rung in der Tian­jin Musik­hal­le. Es ist der über­zeu­gend­ste Auf­tritt der Band wäh­rend der gesam­ten Tour. Die Halle ist mit 1.800 Zuschau­ern aus­ver­kauft. ‘Fun’ zum Schluß sorgt wie­der für aus­ge­las­se­ne Stim­mung.

Das letz­te offi­zi­el­le Kon­zert unter chi­ne­si­scher Feder­füh­rung ist gelau­fen. Man spürt die Erleich­te­rung bei den Orga­ni­sa­to­ren. Sie haben sich mäch­tig ins Zeug gelegt, stets alles gut ‘vol­be­lei­tet’. Es wird alles in allem ein rund­um posi­ti­ver Bericht wer­den, der die höch­ste Kul­tur­in­stanz in Peking errei­chen wird, und die, die Bericht erstat­ten (müs­sen), wer­den sich des Lobes sicher sein kön­nen.

Sonn­tag, 26. Mai

Bus­fahrt nach Peking, dort Ankunft im Huada Hotel am frü­hen Nach­mit­tag. Wir wer­den emp­fan­gen von Mela­nie, einer bezau­bern­den chi­ne­si­schen Stu­den­tin, die uns fort­an in Peking zur Seite ste­hen wird. Nach­mit­tags besich­ti­gen wir, den Kai­ser­pa­last, auch ver­bo­te­ne Stadt genannt. Die Anla­ge, die in ihren Ursprün­gen auf die Yuan-Dyna­stie (1271 - 1368) zurück­geht, ließ der Yon­gle-Kai­ser der Ming-Dyna­stie von 1406 bis 1420 zu sei­ner heu­ti­gen Größe erwei­tern, nach­dem er die Haupt­stadt von Nan­king nach Peking ver­legt hatte. Sie war 490 Jahre lang die Resi­denz von 24 Ming- und Quing-Kai­sern. Der Palast durf­te von kei­nem nor­ma­len Sterb­li­chen betre­ten wer­den. (vergl. Baedecker: ‘China’ S.338).

Mela­nie führt uns sach­kun­dig durch die ver­schie­de­nen ‘Hal­len’ und Innen­hö­fe und erzählt uns in akzent­frei­em Deutsch Wich­ti­ges und Wis­sens­wer­tes. Näch­ste Sta­ti­on ist der Tian­tan Park mit dem Him­mel­stem­pel (Tian­tan) im Süden der Stadt. Es ist eine von üppi­ger Vege­ta­ti­on umge­be­ne Sakral­an­la­ge aus dem Jahr 1420. Die Anla­ge sym­bo­li­siert mit ihrem süd­li­chen recht­ecki­gen Abschnitt und dem halb­kreis­för­mi­gen nörd­li­chen Erde und Him­mel. Zur Zeit der Win­ter­son­nen­wen­de begab sich der Kai­ser im Mor­gen­grau­en hier­her, um den Him­mel in einer fei­er­li­chen Zere­mo­nie um eine rei­che Ernte zu bit­ten und Opfer dar­zu­brin­gen. (vergl. Baedecker: ‘China’ S.344).

In der weit­läu­fi­gen Anla­ge las­sen viele Chi­ne­sen ihre Dra­chen stei­gen; die Flug­ge­rä­te sind teil­wei­se so weit ent­fernt, daß sie kaum noch zu erken­nen sind. Auf­fal­lend ist der gerin­ge Anteil an Kin­dern unter den Besu­chern. Abends fah­ren wir in einen Kul­tur- und Frei­zeit­park u.a. mit Sehens­wür­dig­kei­ten im Minia­tur­for­mat. Es gibt Abend­essen mit Ani­ma­ti­on. Mäd­chen­grup­pen in Folk­lo­re­ge­wän­dern zie­hen sin­gend von Tisch zu Tisch. Nach jedem Lied hält ein Mäd­chen den Kopf eines Gastes an den Ohren fest (oder war es die Nase?), und ein ande­res flößt dem so ‘Ruhig­ge­stell­ten’ Bier ein. Die Band amü­siert sich, betei­ligt sich sin­gend und tan­zend am Unter­hal­tungs­pro­gramm.

Mon­tag, 27. Mai

Auf dem Pro­gramm steht eine Fahrt zu den berühm­ten Drei­zehn Ming-Grä­bern, einer 40 km2 gro­ßen Grab­an­la­ge 50 km nörd­lich von Peking. Sie bil­den gleich­sam einen Monu­men­tal­fried­hof der Ming-Dyna­stie, in dem 13 von 16 Kai­sern die­ses Geschlechts sowie die Kai­se­rin­nen und eini­ge Neben­frau­en bei­gesetzt sind.

Der Bus quält sich durch den Ver­kehr; immer wie­der stecken wir im Stau, da die nach Nor­den füh­ren­de Stadt­au­to­bahn nicht fer­tig ist. Es bleibt Zeit für chi­ne­si­schen Sprach­un­ter­richt mit Mela­nie. Didak­tisch wohl durch­dacht zeigt sie auf klei­nen Täfel­chen ent­spre­chen­de Schrift­zei­chen und erklärt über das Bus­mi­kro­phon.

Die Band hat Mela­nie in ihr Herz geschlos­sen.

Zwi­schen­stopp an einem Sou­ve­nir­la­den. Alles raus, ein­decken und wei­ter geht es. Wir besu­chen das Grab Ding­ling, das für Kai­ser Wanli (Reg. 1572 -1620) uns seine bei­den Frau­en Xiao­duan und Xiao­jing errich­tet wurde. Die Aus­gra­bun­gen, die 1956 began­nen, för­der­ten einen ‘unter­ir­di­schen Palast’, ganz aus wei­ßem Mamor, zuta­ge. Es ist die ein­zi­ge Gruft, die bis­her geöff­net wurde. Ein drei­ecki­ges Tor in der ‘Dia­man­ten­wand’, die den Grab­hü­gel umgibt, führt in die unter­ir­di­sche, 1195 m2 große Anla­ge, die drei Stock­wer­ke unter der Erde liegt und aus 5 Sälen besteht. (Vergl. Baedecker)

Im Umfeld die­ser Anla­ge haben Händ­ler ihre Stän­de auf­ge­schla­gen und bie­ten viel Pla­stik­ramsch an, dar­un­ter auch Kriegs­spiel­zeug der übel­sten Sorte. Man hätte am lieb­sten ‘drauf­ge­tre­ten. Ent­spre­chen­de Pie­tät im Hin­blick auf die Grä­ber war nicht aus­zu­ma­chen.

Es ist kein wah­rer Held, wer noch nicht auf die Große Mauer gestie­gen ist’, so sagt ein chi­ne­si­sches Sprich­wort. Also machen wir uns auf, als näch­stes die­ses Welt­wun­der zu besu­chen. Aus Furcht vor den Nach­bar­staa­ten, vor den Hun­nen und ande­ren in Nord- und West­chi­na ange­sie­del­ten Stäm­men, lie­ßen die ein­zel­nen Herr­scher an ihren Reichs­gren­zen mas­si­ve Ver­tei­di­gungs­an­la­gen errich­ten. Nach der Eini­gung des Lan­des im Jahr 221 v. Chr. wur­den im Auf­trag des Kai­sers Qin Shi Huang­di (221 - 210 v. Chr.) die ver­schie­de­nen Befe­sti­gungs­wäl­le mit­ein­an­der ver­bun­den und so zu einer ein­zi­gen Mauer aus­ge­baut. 300.000 Sol­da­ten und 500.000 zwangs­ver­pflich­te­te Bau­ern, von denen viele umka­men, arbei­te­ten meh­re­re Jahre lang an die­sem Mam­mut­bau­werk aus Stampf­lehm, das nach Fer­tig­stel­lung rund 5.000 km lang war. (vergl. Baedecker: ‘China’ S.185)

Wir besich­ti­gen einen der best­erhal­te­nen Mau­er­tei­le in der Nähe des Bada­ling-Pas­ses, 85 km nord­west­lich von Peking, 1.000 m ü.d. Meer gele­gen. Der Wall ist in die­sem Bereich 7 bis 8 m hoch und 5 bis 6 m breit. Die Stu­fen sind sehr steil, man bewäl­tigt mit weni­gen Schrit­ten einen enor­men Höhen­un­ter­schied. Impo­sant ist der Aus­blick auf das sich wie ein Band­wurm über Berg und Tal bis zum Hori­zont dahin­schlän­geln­de Bau­werk.

Wir fah­ren zurück nach Peking, machen einen kur­zen Zwi­schen­stopp in einer Emaill­e­fa­brik, wo wir die fili­gra­ne und für die Arbei­te­rin­nen sehr ermü­den­de Her­stel­lung wert­vol­ler chi­ne­si­scher Vasen bewun­dern kön­nen. Ganze Bus­la­dun­gen mit Tou­ri­sten ergie­ßen sich durch die Fabri­ka­ti­ons­räu­me. Die Ange­stell­ten, von denen eini­ge vor Erschöp­fung auf der Tisch­plat­te ein­ge­schla­fen sind, müs­sen sich wie im Zoo füh­len; vor allem ame­ri­ka­ni­sche Besu­cher, in ihrem Frei­zeit­dress schon von wei­tem aus­zu­ma­chen, schie­ben sich teils mit Bier­büch­sen in der Hand gaf­fend an der Beleg­schaft vor­bei. Man hat schließ­lich bezahlt, -Zurück­hal­tung ist nicht ange­sagt.

Die mei­sten von uns besu­chen am Abend die Peking-Oper. Sie wird in einem gro­ßen Hotel mit inte­grier­tem Auf­füh­rungs­raum prä­sen­tiert. Es gibt klei­ne Knab­be­rei­en und Tee, das hält wach, - für’s erste zumin­dest. Alles ist sehr far­ben­präch­tig; die Gewän­der der Dar­stel­ler sind beein­druckend, eben­so die akro­ba­ti­schen Tanz­ein­la­gen. Es gibt kein Büh­nen­bild; Ort und Hand­lung wer­den durch die Mimik ‘her­auf­be­schwo­ren’. Kul­tu­rell auf­ge­schlos­sen, wie die Band nun ein­mal ist (man berei­ste schließ­lich alle Kon­ti­nen­te), ver­folgt sie tap­fer - teils mit geschlos­se­nen Augen - das bunte Trei­ben und lauscht den gewöh­nungs­be­dürf­ti­gen Klän­gen der chi­ne­si­schen Kapel­le.

Diens­tag, 28. Mai

Wir besich­ti­gen den Lama-Tem­pel (Yong­he Gong) im Nord­osten der Stadt, fah­ren zurück in das Stadt­zen­trum und stei­gen am Platz des Himm­li­schen Frie­dens aus. Die­ser rund 40 ha große Platz fast 1.000.000 Men­schen und dürf­te somit der größ­te der Welt sein. Er ist sowohl der geo­gra­phi­sche wie der histo­ri­sche und kul­tu­rel­le Mit­tel­punkt Pekings. Am 4. Mai 1976 wurde eine Demon­stra­ti­on für den ver­stor­be­nen Mini­ster­prä­si­den­ten Zhou Enlai gewalt­sam nie­der­ge­schla­gen. Zur trau­ri­gen Berühmt­heit gelang­te der Platz, als hier im Früh­som­mer 1989 die Stu­den­ten­de­mon­stra­ti­on für Demo­kra­tie und gegen Pres­se­zen­sur bru­tal unter­drückt wurde.
Vor und das welt­be­kann­te Post­kar­ten­mo­tiv: das Tor des him­li­schen Frie­dens, hin­ter dem sich die ver­bo­te­ne Stadt mit ihren rie­si­gen Aus­ma­ßen ver­birgt. Auf der Mauer ein über­le­bens­gro­ßes Mao­por­trait. Links liegt die Halle des Vol­kes, in der der Natio­na­le Volks­kon­gress tagt. Im Ban­kett­saal kön­nen 5.000 Men­schen zu Tisch sit­zen. Im Süden befin­det sich die Mao-Zedong-Gedenk­hal­le mit dem in einem Kri­stall­sar­ko­phag auf­be­wahr­ten Leich­nam Maos. Eine end­lo­se Besu­cher­schlan­ge wird grup­pen­wei­se in die Halle ein­ge­las­sen.

Nicht zu über­se­hen in eini­gen hun­dert Metern Ent­fer­nung: der über­di­men­sio­na­le Schrift­zug von ‘McDonald’s’.

Es ist som­mer­li­ches Wet­ter, die Atmo­sphä­re auf dem Platz wirkt fried­lich und ent­spannt, hier und da stei­gen Dra­chen auf. Poli­zei patrouil­liert unauf­fäl­lig und schein­bar teil­nahms­los; zu glau­ben, hier könne man spon­tan ein Trans­pa­rent ent­rol­len und für oder gegen etwas demon­strie­ren, wäre ein Trug­schluß.

Nach­mit­tags kein Pro­gramm.

Die Band teilt sich auf. Eini­ge kau­fen ein, ande­re las­sen sich mit der Rik­scha durch die Gegend fah­ren. Lei­tungs­team und Geschäfts­füh­rer sit­zen in einem ein­fa­chen Restau­rant, essen mit Zou Yings Hilfe wie­der die lecker­sten Sachen. Dabei beob­ach­ten sie das Trei­ben auf der Stra­ße und glau­ben her­aus­ge­fun­den zu haben, daß chi­ne­si­sche Men­schen sich mit Hal­tung und einer gewis­sen Gra­zie durch das Leben bewegen.Am spä­ten Nach­mit­tag wer­den wir zur deut­schen Bot­schaft beför­dert. Dort fin­det das letz­te Kon­zert vor unse­rer Abrei­se statt; unse­re chi­ne­si­schen Gast­ge­ber, die sich bis­lang so auf­op­fernd um uns geküm­mert hat­ten, sind selbst­ver­ständ­lich unse­re Gäste.

Das Bot­schaft­ge­bäu­de ist das der ehe­ma­li­gen DDR-Ver­tre­tung. Es wirkt nüch­tern und nicht gera­de ein­la­dend. So nüch­tern wie das Ambi­en­te ist auch die Begrü­ßung durch die Bot­schaft­s­e­kre­tä­rin, einer gewis­sen Frau Frank. Wei­te­res Bot­schafts­per­so­nal läßt sich nicht blicken.
Zur Begrü­ßung gibt es nichts zu trin­ken und erst recht nichts zu essen; auf Drän­gen der Orche­ster­lei­tung rückt Frau Frank schließ­lich mit eini­gen Fla­schen Mine­ral­was­ser ‘raus.
Die Band ist kon­ster­niert, zumal sie unse­ren chi­ne­si­schen Gästen auf ‘deut­schem Boden’ gerne etwas mehr gebo­ten hätte.

Am Abend ist der Saal rap­pel­voll. Das chinesisch/deutsche Publi­kum ist begei­stert. In der Pause gibt es etwas Bier und Wein; wer sich nicht recht­zei­tig anstellt, geht leer aus, - kein Essen weit und breit. Unse­re Chi­ne­sen bewah­ren Hal­tung und lächeln. Ein offi­zi­el­ler Ver­tre­ter der Bot­schaft oder gar der Bot­schaf­ter per­sön­lich taucht nicht auf; er habe Ter­mi­ne, - so die Ver­laut­ba­rung.

Fru­strie­ren­der Abschluß einer erfolg­rei­chen Tour­nee!

Wir laden unse­re Gäste auf Kosten des Orche­sters zum Abend­essen in unser Hotel ein. Dort ist die Küche bereits geschlos­sen. Die Chi­ne­sen ergrei­fen dar­auf­hin die Initia­ti­ve und bin­nen kür­ze­ster Zeit orga­ni­sie­ren sie einen Tisch für ca. 30 Per­so­nen in einem eher unschein­ba­ren Restau­rant. Das Essen besteht wie immer aus zahl­rei­chen ver­schie­de­nen Spei­sen, so wie man es bis­her gewohnt war. An die­sem Abend hört man ver­ständ­li­cher­wei­se ‘gam­bai’ beson­ders oft, der letz­te Abend zusam­men mit unse­rer ‘Hang­zhou-Abord­nung’ wird gebüh­rend gefei­ert. Ende offen.

Mitt­woch, 29. Mai

Trans­port zum Flug­ha­fen. Der Fah­rer des Gepäck­trans­por­ters ver­wei­gert die Her­aus­ga­be eini­ger Kof­fer, da angeb­lich etwas nicht bezahlt wor­den sei. Zou Ying wird dar­auf­hin sehr ener­gisch. Das Einck­ecken ver­läuft auch die­ses Mal pro­blem­los. Wie schon zuvor bei der Ein­rei­se stellt sich das Orche­ster in alpha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge auf, und die chi­ne­si­schen Behör­den sind’s zufrie­den. Wir müs­sen uns von unse­ren Gästen ver­ab­schie­den, von Zou Ying und ihren Beglei­tern und von Mela­nie, bei der wir das Gefühl haben, sie sei schon von Anfang an dabei gewe­sen.

Die Tren­nung fällt allen schwer.

11:00 Uhr. Abflug mit MU 551 der China Eastern Air­lines nach Brüs­sel. Ankunft 16:00. Das Aus­checken zieht sich hin. Die Behör­den haben keine Eile. Bus­fahrt zurück über Aachen und Köln nach Dort­mund. Und dann ste­hen der Lei­ter und der Geschäfts­füh­rer wie­der da, wo sie vor 15 Tagen auch gestan­den haben, - auf dem Park­platz der Dort­mun­der Musik­schu­le. Dort geht gera­de eine Ver­an­stal­tung zu Ende und Kol­le­gen fra­gen mich mit Blick auf unse­re Kof­fer, wo wir den her­kom­men, und ich sage: ‘Aus China!’ - oder?